loses Schwungrad und Nasenkeil

Dieses Thema begleitet viele Bulldogs jetzt in die Oldtimerszene. Der Grund ist recht simpel aber wenig bekannt.
Ursache ist die untypische zylindrische Befestigung der Schwungscheibe und ein physikalisches Gesetz. Danach möchte die schwere Schwungscheibe stehen bleiben, wenn der Bulldog anspringt. Und sie möchte beim Gaswegnehmen mit hoher Drehzahl weiter laufen. Da der Bulldog sehr temperamentvoll auf den Gashebel reagiert, herrscht also ein ständiger Reibungsprozess zwischen der temperamentvollen Kurbelwelle und der trägen Schwungscheibe.
Ab Werk war das Spaltmaß zwischen Kurbelwelle und Schwungscheibe noch gering und die Auflage= und Kraftübertragungsfläche entsprechend groß. Außerdem versahen überwiegend nur gut geschulte Kräfte Wartungs= und Reparaturarbeiten am Bulldog. Darum wurde das Problem mit dem losen Schwungrad erst in der Oldtimerszene deutlich.

Wer sich bewusst wird, dass nicht der Keil die Kraftübertragung bewerkstelligen soll sondern die Reibfläche zwischen Schwungrad und Kurbelwelle gegenüber dem Keil, wird die Ursache besser verstehen und eher auf Abhilfe kommen. Darum mein langer Text zu diesem Thema. Leider muss das Schwungrad beim Halb=und Volldiesel-Bulldog für Reparaturarbeiten an Regler, Öler und Dieselanlage herunter. Beim Aufsetzen wird oft übersehen, dass die Reibflächen fettfrei bleiben müssen. Dann entsteht trotz gut eingeschlagenem Keil eine unaufhörliche Drehneigung zwischen Kurbelwelle und Schwungrad, bei der der Keil von beiden Seiten behämmert und gestaucht wird und das Spaltmaß durch Reibungsverschleiß zunimmt. Der Keil wird lose und wandert nach außen, und die Schwungscheibe macht sich durch Klappern bemerkbar. Dann nutzt auch ein festgeschweißter Keil wenig, weil er die Drehneigung zwischen Schwungscheibe und Kurbelwelle und den Verschleiß beider Teile nicht verhindert.

Wenn das Schwungrad noch nicht gerissen und die Kurbelwelle noch nicht übermäßig eingelaufen ist, hilft eine sehr einfache Lösung. Dazu müssen die betroffenen Reibflächen absolut fettfrei gemacht und mit Loctite Schraubensicherung bestrichen werden. 04  Spannsatz BK80 Wirkungsweise Beim Aufsetzen des Schwungrades muss die Keilnut der Kurbelwelle oben sein wie auf dem Bild links, damit das Loctite an seinem Platz bleibt und sich beim Einschlagen des Keils in die Poren der betroffenen Flächen pressen kann. Nach dem Aufsetzen wird der Keil ohne Loctite ganz normal nach Vorschrift eingeschlagen. Neustart erst nach Aushärtung frühestens nach 24 Std. Die Schraubensicherung verhakt jetzt beide Reiboberflächen miteinander und verhindert die schädliche Drehneigung. Wenn die Schwungscheibe zwecks Reparaturarbeiten mal wieder runter muss, lässt sich die Schraubensicherung durch Erwärmen aufweichen. Darum darf sie nicht hitzebeständig sondern nur ganz normal sein.
Nach dem Aufsetzen der Schwungscheibe mit Loctite wird der Spalt zwischen Kurbelwelle und Schwungscheibe fettfrei gemacht und dick überlackiert. Wenn die Schwungscheibe fest sitzt, wird der Lack heil bleiben und reißt, sobald sich die Schwungscheibe wieder löst. Auf diese Art ist eine Kontrolle möglich. 04

die Spannhülse

Sie verbindet Kurbelwelle und Schwungscheibe hervorragend kraftschlüssig, ist frei käuflich und nicht teuer. Es braucht aber einen sehr guten Dreher oder Fräser und den entsprechenden Lohn und sorgfältige Recherchen vor dem Eingriff.

Auf dem Bild oben links ist die Wirkungsweise der Spannhülse gut zu erkennen. Beim Anziehen der Schrauben schiebt sich der Innenring unter den Außenring und klemmt dabei die Kurbelwelle rundherum fest. Dabei müssen die Kontaktflächen zur Kurbelwelle und zum Schwungrad fettfrei bleiben. Geschmiert werden vor dem Einsetzen der Spannhülse nur die auf dem Bild rot gefärbten Gleitfächen und die Schraubengewinde.

Für die Auswahl ist es wichtig, dass der Anbieter die Maße lt. Bild oben links bekannt macht. Bei den kleinen Halb= und Volldiesel-Bulldogs haben sich die Spannsätze BK80x50 und BK80x55 bewährt. Sie kommen mit einer Ausfräsung von 65 oder 71mm aus und passen gut unter die Haube, wenn die Schraubköpfe nicht über das Wellenende hinaus ragen. Dazu müssen allerdings ca 14mm von der Nabe abgefäst werden.

Beim inneren Ausfräsen der Schwungscheibe bleibt wie auf dem Bild rechts ein Steg von ca 10mm stehen. Dieser Rest mit der Keilnut ist auf dem Bild mit der fertigen Ausfräsung gut zu erkennen und ermöglicht, dass die unwuchtige Schwungscheibe wieder ihren alten Sitz auf der Kurbelwelle bekommt. Die Unwucht der linken Schwungscheibe ist gewollt und darf nicht verändert werden. Sie dient der Standruhe des Bulldog im Leerlauf. Zur leichten Demontage werden alle Schrauben gelöst und die innere Hülse über die 3 leeren Gewindebohrungen abgedrückt.
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