2006
in der AgroClassik.
Charly
ist
mein Freund geworden und brauchte
nicht mal lange dazu. Als ich mir im April 2005 mit Heiner zusammen bei
Karl-Heinz den neuen Ursus angucken wollte, wieselte er um mich herum
und wollte mit mir spielen. Ich mag solche Hunde wie ihn. Und das
muß er wohl
gemerkt haben. Der Ursus war damals zerlegt und seine Technik für Karl-Heinz völlig fremd. So boten wir Hilfe an. Heiner konnte Erfahrung mit Rolands 25er Glühkopfbulldog aufweisen und mit seiner Mechaniker-Tätigkeit beim Bund. Ich hab mal mit 15 Jahren einen 3-tägigen Bulldoglehrgang für Neu-Besitzer mit größter Aufmerksamkeit verfolgt, ab und an mal den Bulldog auf unserem Hof fahren dürfen und später mit Erfolg einige Male große Glühköpfe angeworfen. Zudem war ich Besitzer eines kleinen Halbdiesel-Bulldogs und hatte Kontakt zu einem zwar schon alten aber immer noch rüstigen und immerhin echten Lanz-Monteur. So
hefteten
wir uns an Kalles Fersen und Charly sich an die meinen. Wenn Kalle
später mit
seinem Audi bei mir einbog, um mich zum Ursus-Schrauben abzuholen,
war Charly mit von der Partie. Wie
konnte er sich freuen. Kein
Mensch
bringt so etwas zuwege. Natürlich saß er auf meinem
Schoß, die Vorderpfoten auf
dem Armaturenbrett. Er
bekam auch alles
mit und gab mir immer mal ein Küsschen, wie es sich
für Verliebte gehört. Und dann
mußte er alles zeigen, was es an neuem Spielzeug und
Künsten gab. Und immer schnell mal
vom Ursus weg und rum ums Auto und Fangen spielen. Dagegen
war der Ursus ein griesgrämiger alter Bock, der sich auch mit
größter
Anstrengung nicht aus seinem Schmollwinkel rauslocken ließ. Das fing schon an, als die
geschliffene
Kurbelwelle zurück ins Kurbelgehäuse sollte, und die
Rollenla Bei
meinem ersten Besuch entdeckte ich einen mit schwarzer Farbe dick
übermalten
Flicken auf dem Kurbelgehäuse von gut 25 x 35 cm. Den wollte
ich nicht
einschätzen und riet
zu dem alten Lanz
Monteur. Und das war gut. Sonst hätten wir ihn trotz aller
Bemühungen nicht zum
Laufen gebracht. Seine Strategie sah 2 Besuche vor : Der erste Besuch
sollte für die Beurteilung, das notwendige Zerlegen und die
Aufträge für die Reparatur der schad Dazu
kamen ungezählte Fahrten,
um mich zu holen.
Auch dachte unser Bollerjahn nicht daran, sich
gleich mit dem Lenkrad anwerfen zu lassen, kam aber mit Eicher-Hilfe
auf Trab...und wie. Es dröhnte, als schösse eine
Kanone ihre Salven
ab. So kamen
die ersten Probefahrten und neue Erkenntnisse. Ein falsch herum
eingebauter Ring auf
der Kupplungsseite der Kurbelwelle war für die
Schwergängigkeit verantwortlich.
Der Flicken auf dem Kurbelgehäuse war stark undicht und zwang
zu ernsthaften
Überlegungen. "So machten sich denn auf auch Maria und
Josef..",heißt es in der
Weihnachtsgeschichte. Wir aber mußten nur 6 km weiter zu
einem Schmied, der
sich an die Die
Rücktour nach einer Woche war schlimm; denn sie fand in
dichtem Schneetreiben
statt und konnte wegen Platzmangel beim Schmied nicht aufgeschoben
werden. Hätte
er mit
seinen stattlichen 45 PS nicht
fein helfen können ? Das Loch
war dicht..
und wie schön, derTank
wieder drauf und Heute
lachen wir
darüber; denn
es ist ja lange her ... fast ein Jahr. Inzwischen ist der Ursus zu
einem
freundlichen Gesellen geworden, mit Laufkultur und Sound statt Krach.
Auch wenn
vielleicht nur Kalle und ich das so empfinden, ist doch etwas dran.
Auch das
Anwerfen per Lenkrad klappt tadellos, wenn auch noch nicht immer auf
den ersten
Schlag.
Dazwischen aber liegen unendliche Immer,
wenn nach Verbesserungen die Heizlampe am Ursus
hing, wartete
Charly schon an der Hofausfahrt, daß wir ihm folgen sollten.
So
wurde der Ursus
besser und die Ausfahrten länger.
Die
Vorstellung im Club war fällig und das erste Anwerfen vor
Publikum. Und Charly
immer dabei. Auch
zu Kalle kamen
Kollegen mit ihren Treckern wie ich mit meinem kleinen Bulldog, dem
Ursus ihren
Besuch abzustatten. ![]() copyright
Oskar Sellschopp
|