Dieseltechnik
Abgebildet ist links eine Dieselanlage mit Reihenpumpe und Ansaugung für einen 6-Zylinder-Motor.
Hier liegt der Tank unterhalb der Einspritzpumpe.
Bei dieser Anlage mit Diesel-Ansaugung benötigt die Ansaugpumpe eine Handbetätigung zur Filterbefüllung und Entlüftung.
In den meisten Oldtimer-Schleppern arbeiten aber
Schwerkraft-Dieselanlagen, deren Tank deutlich höher montiert
ist als die Einspritzpumpe. Damit die Anlagen einwandfrei
entlüftet werden können, ist an der höchsten
Stelle der Zulaufleitung bzw. vom Filter eine
Entlüftungsschraube vorgesehen.
Die Volldiesel-Bulldogs haben im Dieseltank keinen Sumpf für das Absetzen von Kondenswasser mehr.
Es sammelt sich im Dieselfilter und kann unten an der äußeren Ablassschraube abgelassen werden.
Besser ist allerdings, sofort nach der Ausfahrt den Tank wieder zu füllen und damit Kondenswasser überhaupt zu vermeiden.
Wer das konsequent macht, hat wenig Pflegeaufwand und seinen Trecker auch immer sofort einsatzbereit.
Diesel-Anlagen sind extrem empfindlich gegen Verunreinigungen im Treibstoff, weil Pumpenkolben, Druckventil und Düsennadel mit höchster Maßhaltigkeit arbeiten müssen.
Kleinste Verunreinigungen führen zu Schleiß am Pumpenkolben und Klemmen am Druckventil und der Düsennadel, schlechtem Start, Rauchen,

Festsetzen der Kolbenringe und schlechter Leistung.
Durch rechtzeitiges, sauberes Nachtanken und vernünftige Filterpflege kann man verhindern, dass an der Anlage gewerkelt werden muss und Kondenswasser, Luft und Verschmutzung hinein gerät.
Dieselfilter brauchen zu dem äußeren Filzfilter für das Grobe immer eine innere Mikro-Filterpatrone.
Diese fehlt im Benzinfilter der kleinen Halbdiesel-Bulldogs D1706 und D2206.
Dort läuft das Benzin-Start-Gemisch durch Filzplatten und ein Textilgewebe in die Anlage und gefährdet diese, wenn der zu simple Filter alt wird und Dreck durchlässt.
Statt des Steckfilters lässt sich aber auch ein Leitungsfilter von der Tankstelle mittels kurzem Benzinschlauch richtig herum auf den Saugstutzen im Tank schieben und so die Anlage sicher schützen.
Die Einspritzpumpe arbeitet im Gegensatz zur Einspritzpumpe im Glühkopf-Bulldog mit gleichbleibendem Hub.
Die Veränderung der Einspritzmenge wird durch Verdrehen des mit einer Steuerkante versehenen Kolbens erreicht.
Alle Volldiesel= und einige Halbdiesel-Bulldogs haben in dem Pumpenkolben eine Startnut, die nur bei Vollgasstellung des Gashebels erreicht wird.
In den 50iger bis 80iger Jahren sahen die Einspritzdüsen ähnlich aus wie diese Bosch Mehrlochdüse für die Halb= und Volldiesel-Bulldogs und Lanz TWN Motoren.
Es gab auch Zapfen= und Drosseldüsen für andere Motoren.
Durch die Druckfeder wird die Düsennadel fest auf ihren Sitz gepresst.
Sie verschließt dabei die Düsenöffnungen.
Wenn der Druck in der Druckkammer der Düse durch den Hub der Einspritzpumpe stärker wird als die Kraft der Druckfeder, hebt sich die Düsennadel von ihrem Sitz und gibt die Düsenöffnungen frei.

Wenn sich der Druck in der Einspritzleitung entspannt hat,
drückt die Düsendruckfeder die Düsennadel
wieder auf ihren Sitz zurück und verschließt damit
die Düsenöffnungen.
BeiHalb= und Volldiesel-Bulldogs ist der Abspritzdruck auf 120
bar eingestellt, bei den TWN Motoren auf 130 bar. Moderne
Sachs Zweitaktdiesel spritzen mit 170 bar ab. Die Einspritzpumpen
müssen entsprechend dem geforderten Düsendruck etwas
stärker ausgelegt sein. Sowohl die Einspritzpumpe als auch die
Düsennadel dichten nur über genaueste
Maßhaltigkeit gegen den enormen Druck. Es ist
verständlich,dass Verschmutzung zu starkem
Verschleiß der Pumpe und zum Verklemmen der
Düsennadel und des Druckventils der Pumpe führen
muss. Darum ist Reinlichkeit bei notwendigen Reparaturen, Filterpflege
und alle Anstrengung zur Vermeidung von Reparaturen so wichtig.
Verständlich ist auch, dass sowohl der Pumpenkolben als auch
die Düsennadel geschmiert werden müssen. Das
geschieht mit dem Dieselöl. Deshalb darf bei
Halbdiesel-Bulldogs nicht mit reinem Benzin gestartet werden.
Bei luftgekühlten Zweitakt-Dieseln arbeitet die
Düsennadel bei hohen Tourenzahlen am
äußersten Leistungslimit, weil pro Umdrehung 1
Verbrennung erfolgt und die Düsennadel kaum Zeit zum
korrekten Schließen und zum Abkühlen hat. Durch die
hohe Folge der Verbrennungen kann die Düse kaum richtig
schließen und ist auch Überhitzung ausgesetzt. Sie
läuft dann blau an und klemmt. In der Folge kommt es zum
Verrußen der Düsenöffnungen und dann
Kolbenringe und Abgasanlage.
Deshalb ist bei schnell laufenden Zweitakt-Dieseln
größter Wert auf ausreichende Kühlung und
peinlich sauberen Sprit zu legen.
Oskar