Dieseltechnik
Abgebildet ist eine Dieselanlage
mit Reihenpumpe und Ansaugung für einen 6-Zylinder-Motor. Hier
liegt der Tank unterhalb der Einspritzpumpe.
In den meisten Oldtimer-Schleppern arbeiten aber
Schwerkraft-Dieselanlagen, deren Tank deutlich höher montiert
ist als die Einspritzpumpe. Damit die Anlagen einwandfrei
entlüftet werden können, ist an der höchsten
Stelle der Zulaufleitung bzw. vom Filter eine
Entlüftungsschraube vorgesehen. Bei der Anlage mit
Diesel-Ansaugung benötigt die Ansaugpumpe eine
Handbetätigung zur Filterbefüllung und
Entlüftung.
Kondenswasser bildet
sich im leer gewordenen Tank, wenn die nachgeströmte warme
Luft nachts abkühlt. Damit das Kondenswasser nicht in die
Anlage gerät und Schäden verursacht, wird der Diesel
ca 2-3 cm über Grund abgesaugt.Das Kondenswasser sammelt sich
unten und
kann
über eine Ablassschraube entfernt werden .
Lanz-Bulldogs
sammeln das
Kondenswasserab
Bj.1954 im Gehäuse vom Dieselfilter und
können es über die äußere untere
Ablassschraube bequem los werden. Besser ist
es allerdings, sofort nach der
Ausfahrt den Tank wieder zu füllen und damit Kondenswasser
überhaupt zu vermeiden. Wer das konsequent macht, hat wenig
Pflegeaufwand und seinen Trecker auch immer sofort einsatzbereit.
Diesel-Anlagen
sind extrem empfindlich gegen Verunreinigungen im Treibstoff, weil
Pumpenkolben, Druckventil und Düsennadel mit höchster
Maßhaltigkeit arbeiten müssen. Kleinste
Verunreinigungen führen zu Schleiß am Pumpenkolben
und Klemmen am Druckventil und der Düsennadel, schlechtem
Start, Rauchen, Festsetzen der Kolbenringe und schlechter Leistung.
Durch
rechtzeitiges, sauberes Nachtanken und vernünftige
Filterpflege kann man verhindern, dass an der Anlage gewerkelt werden
muss und Kondenswasser, Luft und Verschmutzung hinein gerät.
Dieselfilter
brauchen zu dem äußeren Filzfilter für das
Grobe immer eine innere Mikro-Filterpatrone. Diese fehlt im
Benzinfilter der kleinen Halbdiesel-Bulldogs D1706 und D2206. Dort
läuft das Benzin-Start-Gemisch durch Filzplatten und ein
Textilgewebe in die Anlage und gefährdet diese, wenn der zu
simple Filter alt wird und Dreck durchlässt. Statt des
Steckfilters lässt sich aber auch ein Leitungsfilter von der
Tankstelle mittels kurzem Benzinschlauch richtig herum auf den
Saugstutzen im Tank schieben und so die Anlage sicher schützen.
Die Einspritzpumpe
arbeitet im Gegensatz zur Einspritzpumpe im Glühkopf-Bulldog
mit gleichbleibendem Hub. Die Veränderung der Einspritzmenge
wird durch Verdrehen des mit einer Steuerkante versehenen Kolbens
erreicht. Alle Volldiesel= und einige Halbdiesel-Bulldogs haben in dem
Pumpenkolben eine Startnut, die nur bei Vollgasstellung des Gashebels
erreicht wird.
In den 50iger bis 80iger Jahren sahen die
Einspritzdüsen ähnlich aus wie diese Bosch
Mehrlochdüse für die Halb= und Volldiesel-Bulldogs
und Lanz TWN Motoren. Es gab auch Zapfen= und Drosseldüsen
für andere Motoren.
Durch die Druckfeder
wird die Düsennadel fest auf ihren Sitz gepresst. Sie
verschließt dabei die Düsenöffnungen. Wenn
der Druck in der Druckkammer der Düse durch den Hub der
Einspritzpumpe stärker wird als die Kraft der Druckfeder, hebt
sich die Düsennadel von ihrem Sitz und gibt die
Düsenöffnungen frei.
Wenn sich der Druck in der Einspritzleitung entspannt hat,
drückt die Düsendruckfeder die Düsennadel
wieder auf ihren Sitz zurück und verschließt damit
die Düsenöffnungen.
BeiHalb= und Volldiesel-Bulldogs ist der Abspritzdruck auf 120
bar eingestellt, bei den TWN Motoren auf 130 bar. Moderne
Sachs Zweitaktdiesel spritzen mit 170 bar ab. Die Einspritzpumpen
müssen entsprechend dem geforderten Düsendruck etwas
stärker ausgelegt sein. Sowohl die Einspritzpumpe als auch die
Düsennadel dichten nur über genaueste
Maßhaltigkeit gegen den enormen Druck. Es ist
verständlich,dass Verschmutzung zu starkem
Verschleiß der Pumpe und zum Verklemmen der
Düsennadel und des Druckventils der Pumpe führen
muss. Darum ist Reinlichkeit bei notwendigen Reparaturen, Filterpflege
und alle Anstrengung zur Vermeidung von Reparaturen so wichtig.
Verständlich ist auch, dass sowohl der Pumpenkolben als auch
die Düsennadel geschmiert werden müssen. Das
geschieht mit dem Dieselöl. Deshalb darf bei
Halbdiesel-Bulldogs nicht mit reinem Benzin gestartet werden.
Bei luftgekühlten Zweitakt-Dieseln arbeitet die
Düsennadel bei hohen Tourenzahlen am
äußersten Leistungslimit, weil pro Umdrehung 1
Verbrennung erfolgt und die Düsennadel kaum Zeit zum
korrekten Schließen und zum Abkühlen hat. Durch die
hohe Folge der Verbrennungen kann die Düse kaum richtig
schließen und ist auch Überhitzung ausgesetzt. Sie
läuft dann blau an und klemmt. In der Folge kommt es zum
Verrußen der Düsenöffnungen und dann
Kolbenringe und Abgasanlage.
Deshalb ist bei schnell laufenden Zweitakt-Dieseln
größter Wert auf ausreichende Kühlung und
peinlich sauberen Sprit zu legen.
Oskar